Geschichte Klipper Johanna Engelina — 1897 in Middelburg gebaut
    Das Schiff

    Geschichte Klipper Johanna Engelina — 1897 in Middelburg gebaut

    Stapellauf 1897

    Die Johanna Engelina lief am 27. November 1897 in Middelburg unter dem Namen „Daniël Jacoba" vom Stapel, im Auftrag von Jan Hendrik Viergever aus St. Annaland. Seine Eltern Daniël Viergever und Jacoba de Vin sind die Namensgeber des Schiffes. Gebaut wurde sie von Borsius & v.d. Leye in Middelburg. Ihre Maße betrugen damals 37,45 x 6,84 x 1,91 Meter und 273 Tonnen.

    Die Dana Adriana tief beladen, kreuzend auf dem Haringvliet

    Die Dana Adriana tief beladen, kreuzend auf dem Haringvliet

    Ein Schiff für raue Gewässer

    Jan Hendrik Viergever entschied sich damals für ein schweres, robustes Schiff, weil er Fracht zwischen den damaligen zeeländischen Inseln befördern wollte. Diese Gewässer waren für ihren ungestümen Charakter bekannt, und nur einem sehr seetüchtigen Schiff war hier ein langes Leben beschieden. Bei jüngsten Umbauten ergaben Messungen, dass der Rumpf an manchen Stellen noch immer 8 mm dick ist.

    Johanna Engelina auf dem Haringvliet, 1907

    Johanna Engelina auf dem Haringvliet, 1907

    Die Frachtfahrt

    Nach dem Stapellauf beförderte die Daniël Jacoba Schüttgut wie Sand, Dünger, Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Das geschah selbstverständlich allein mit den Segeln; erst in den 1930er Jahren wurde ein Motor eingebaut. Schon bald kam Pieter Theunisse als Knecht an Bord. Am 27. Juli 1911 war er in der Lage, das Schiff zu kaufen.

    Daniël Jacoba auf der Waal bei Nijmegen, 1920er Jahre

    Daniël Jacoba auf der Waal bei Nijmegen, 1920er Jahre

    Die Kriegsjahre

    Während des Krieges fuhr das Schiff bis Ende 1944. Dann beschloss man, das Schiff in einem toten Arm der Waal bei Haaften bei extrem hohem Wasserstand trockenzusetzen. Zwar wurde das Schiff von den Deutschen beschlagnahmt, doch sie bekamen es dort nicht weg. So blieb das Schiff verschont und konnte nach dem Krieg schon bald wieder Fracht fahren.

    Daniël Jacoba (heute Johanna Engelina), 1920er–1930er Jahre

    Daniël Jacoba (heute Johanna Engelina), 1920er–1930er Jahre

    Die Nachkriegszeit

    Am 14. Dezember 1948 stirbt Pieter Theunisse unerwartet. Seine Witwe Jenneke Pieterman fährt gemeinsam mit ihren Kindern weiter. 1949 werden die Masten entfernt und ein 18-PS-Deutz-Motor auf dem Vordeck eingebaut. Ende der 1950er Jahre wurde dieser durch einen 100-PS-Daf ersetzt, und auf dem Achterdeck kam ein Steuerhaus hinzu.

    Jenneke Theunisse auf dem Achterdeck, 1930er Jahre

    Jenneke Theunisse auf dem Achterdeck, 1930er Jahre

    Vom Frachtschiff zum Charterschiff

    Ende der 1970er Jahre kauften Jelte und Annelies Toxopeus das Schiff. Zunächst nutzten sie es als Wohnsitz, doch nach und nach wurde das Schiff umgebaut und in ein Charterschiff und einen Segelklipper verwandelt. In dieser Zeit gaben sie dem Schiff auch seinen heutigen Namen „Johanna Engelina" — nach den Müttern der beiden. Seit 1999 ist Laurens Sinaasappel Eigentümer und Skipper.

    Piet T. mit Motor, abgebildet Piet T. Jzn, 1958

    Piet T. mit Motor, abgebildet Piet T. Jzn, 1958

    Fünfmal umgetauft

    Laut Messbrief wurde das Schiff zwischen 1960 und 1977 fünfmal umgetauft: von Daniël Jacoba in Pieter T., in Jo-Ba, in Rita, in José und schließlich in Johanna Engelina.

    Daniël Jacoba in Deutschland, 1920er Jahre

    Daniël Jacoba in Deutschland, 1920er Jahre

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